Skip to main content
Ein Gruppe von Menschen vor einem Computer als Beispiel dafür, warum Businesspläne reine Zeitverschwendung sind

Warum Businesspläne reine Zeitverschwendung sind

Es gibt viele gute Gründe einen Businessplan zu schreiben. Das Erstellen eines Businessplans hilft dem Gründer, seine Geschäftsidee vollständig zu durchdenken und nach außen hin zu kommunizieren. Ich habe selbst mehrere Businesspläne verfasst und dabei eine Menge gelernt. Keine Frage, der klassische Businessplan hat seine Daseinsberechtigung. Wenn man allerdings als Gründer plant Risikokapital von einem Investor einzuwerben, sollte man sich die Zeit und Mühe lieber sparen. Denn im Fundraising spielen Businesspläne keine Rolle.

Businesspläne in der Praxis

Investoren bekommen jeden Tag stapelweise Businesspläne von Startups zugesendet. So geht jedenfalls das Klischee. In Wahrheit bekommen Investoren nur sehr wenige echte Businesspläne. Die Mehrheit der Startups schickt ein Pitch Deck oder ein Executive Summary. Ein echter Businessplan mit Dutzenden Seiten ausformuliertem Text ist die Ausnahme. Und für mich immer ein Zeichen, dass ich wahrscheinlich nicht in das Startup investieren werde. Denn es zeigt, dass der Gründer seine Prioritäten nicht richtig setzt. Die Zeit, die man als Gründer braucht um einen Businessplan zu schreiben, hätte man besser dafür nutzen können das Startup voranzubringen.

Warum Businesspläne ihr Ziel verfehlen

Venture Capital Fonds investieren nicht in Geschäftsideen, sie investieren in Startups. Ein Startup kann man als die Umsetzung einer Geschäftsidee betrachten. Investoren evaluieren deshalb im Fundraising Prozess nicht nur das Risiko der Geschäftsidee, sondern in erster Linie das Risiko der Umsetzung. Und dieses operative Risiko kann nicht durch seitenlange Analysen und Planungen neutralisiert werden, sondern nur durch die Validierung der getroffenen Annahmen am Markt.

Alternativen zu einem Businessplan

Statt für das Fundraising einen monolithischen Businessplan zu erstellen, der viel Zeit verschlingt und den sich nach der Finanzierungsrunde kein Mensch mehr anschaut, empfehle ich den Businessplan durch mehrere kleinere Arbeitsschritte zu ersetzen. Das geht schneller und ist deutlich effizienter. Es ist wichtig, dass sich der Gründer auch ohne Businessplan im Vorhinein mit allen Risiken und Problemen der Geschäftsidee auseinandergesetzt hat. Am besten kann man dies mit dem Business Model Canvas machen. Für die Ansprache von Investoren benötigt man ein Pitch Deck und einen Finanzplan. Was man beim Erstellen eines Pitch Decks beachten sollte, kannst Du im Artikel 10 Tipps für ein gelungenes Pitch Deck erfahren. Informationen dazu, wie man einen Finanzplan erstellt, kannst Du in den Artikeln zu den Anforderungen, dem Aufbau und dem Umsatzmodell nachlesen.

Bild: Financial Times (flickr)

Tim hat über sechs Jahre Erfahrung im Bereich Startups und Finanzierung. Er arbeitete bei zwei Venture Capital Fonds, leitete den Bereich Finanzen für ein VC finanziertes Unternehmen und war Mitgründer von zwei Startups.

Tim Weiss

Tim hat über sechs Jahre Erfahrung im Bereich Startups und Finanzierung. Er arbeitete bei zwei Venture Capital Fonds, leitete den Bereich Finanzen für ein VC finanziertes Unternehmen und war Mitgründer von zwei Startups.