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Ein Mann der gespannt einem Pitch zuhört als Symbol für die 10 Tipps für ein gelungenes Pitch Deck

10 Tipps für ein gelungenes Pitch Deck

Die Investorenpräsentation, auch Pitch Deck genannt, ist das wahrscheinlich wichtigste Dokument im Fundraising Prozess. Es erklärt dem Leser das Geschäftsmodell des Startups und die Einzelheiten der geplanten Finanzierungsrunde. Es ist ausführlich genug um die wichtigsten Fragen, die ein Investor haben könnte, direkt zu beantworten. Ein gutes Pitch Deck weckt Interesse beim Investor mehr über das Startup zu erfahren. Ein schlechtes Pitch Deck bedeutet normalerweise eine Absage. Da sich allerdings jedes Startup und damit die Anforderungen an jedes Pitch Deck unterscheidet, gibt es keine magische Formel, nach der man sich richten könnte. Aus meiner Erfahrung ist der einzige Weg zu einem guten Pitch Deck, es möglichst vielen erfahrenen Gründern und Investoren zu zeigen und das resultierende Feedback in die nächste Version einzuarbeiten. Es gibt allerdings eine paar Grundregeln und häufig anzutreffende Fehler, die sich einfach vermeiden lassen. Folgende 10 Tipps sollten Gründer bei der Erstellung eines Pitch Decks unbedingt im Hinterkopf behalten:

  1. Anlass und Zielgruppe genau definieren
  2. From der Präsentation bedenken
  3. Pitch Deck in Englisch verfassen
  4. Alle wichtigen Fragen beantworten
  5. Kein Vorwissen voraussetzen
  6. Auf die Länge achten
  7. Nur soviel Text wie unbedingt notwendig verwenden
  8. Zahlen erklären können
  9. Flüchtigkeitsfehler vermeiden
  10. Design falls notwendig extern einkaufen

1. Anlass und Zielgruppe genau definieren

Es gibt verschiedene Verwendungszwecke für Pitch Decks in einem Startup. Fundraising ist nur einer der möglichen Anlässe. Ein geplanter Exit oder wichtige Kooperationsgespräche können weitere Gründe sein ein Pitch Deck zu erstellen. Der Gründer sollte sich deshalb vorher fragen, wer die Zielgruppe für das Pitch Deck ist und ob das aktuelle Pitch Deck für den geplanten Zweck geeignet ist.

2. Form der Präsentation bedenken

Im Normalfall braucht man für das Fundraising nur ein Pitch Deck, welches sowohl persönlich präsentiert als auch per Email versendet werden kann. Es sollte mindestens folgende Szenarien abdecken:

  • der Investor bekommt das Pitch Deck per Email zugeschickt und liest es sich auf dem Laptop oder dem Desktop durch
  • der Gründer präsentiert dem Investor das Pitch Deck über Screensharing oder Skype
  • der Gründer präsentiert das Pitch Deck auf einem Laptop oder einem großen Bildschirm vor Ort

Als Dateiformat bietet sich ein .pdf an, da dies auf fast allen Gerätetypen funktioniert und vom Investor nicht mehr verändert werden kann.

3. Pitch Deck in Englisch verfassen

Ein Pitch Deck zum Fundraising sollte unbedingt in Englisch sein. Jeder deutsche Investor versteht ausreichend Englisch um das Pitch Deck verstehen zu können. Aber nicht jeder in Deutschland tätige Investor versteht ausreichend gut Deutsch. Zudem erspart man sich die vielen Anglizismen, die sich fast zwangsweise in jedes Startup Pitch Deck einschleichen. Aus Investorensicht ist ein Pitch Deck auf Deutsch ein negatives Zeichen. Es signalisiert, dass der Gründer sich entweder nicht ausreichend mit dem internationalen Markt auseinandergesetzt hat, oder dass er dazu nicht in der Lage ist.

4. Alle wichtigen Fragen beantworten

Investoren erwarten, dass ein Pitch Deck die wichtigsten Fragen über das Startup und die Finanzierungsrunde beantwortet. Dazu gehören:

  • Welches Problem löst das Startup?
  • Wie groß ist der Markt und der Bedarf für dieses Problem?
  • Wie sieht die Lösung des Startups für das Problem aus?
  • Wie verdient das Startup Geld?
  • Wer sind die Wettbewerber und warum ist die Lösung des Startups besser?
  • Wer steckt hinter dem Startup und warum sind sie für die Lösung des Problems besonders geeignet?
  • Was hat das Startup bislang geleistet und was ist für die Zukunft geplant?
  • Wie soll die geplante Finanzierungsrunde aussehen?

5. Kein Vorwissen voraussetzen

Viele Gründer sind Experten in ihrer jeweiligen Branche oder Position. Deshalb fällt es ihnen oftmals schwer, die technischen oder organisatorischen Details hinreichend einfach zu erklären. Investoren sind in der Regel sehr kluge und erfahrene Menschen, aber häufig kennen sie sich in den meisten Bereichen nur oberflächlich aus.

6. Auf die Länge achten

Je älter und komplizierter ein Startup ist, desto mehr Informationen wird das Pitch Deck enthalten. Ich gebe normalerweise den Ratschlag, dass ein Pitch Deck für ein Startup in der Frühphase die Länge von 10-20 Seiten nur mit gutem Grund überschreiten sollte. Am besten testet man das Pitch Deck mit befreundeten Gründern, die nicht zu tief über das eigene Startup Bescheid wissen. Wenn diese nach dem Lesen noch wichtige Fragen unbeantwortet sehen, war das Pitch Deck nicht ausführlich genug.

7. Nur soviel Text wie unbedingt notwendig

Investoren haben selten ausreichend Zeit um lange Texte zu lesen. Viele leiden zudem scheinbar an ADS oder sind einfach nur lesefaul. Was auch immer die Begründung ist, man sollte es ihnen so einfach wie möglich machen und so wenig wie möglich Fließtext in einem Pitch Deck verwenden. Die meisten Zahlen und Sachverhalte kann man viel besser und intuitiver mit einer Abbildung erläutern. Also anstatt einer Tabelle der GuV lieber ein Säulendiagramm, anstatt einer Auflistung der Wettbewerber mit ihren Stärken und Schwächen lieber eine Wettbewerbsmatrix.

8. Zahlen erklären können

Sobald Finanzzahlen im Pitch Deck auftreten, muss der Gründer diese aus dem Stegreif erklären können. Dies zeigt dem Gründer beim Proben, ob er die zugrundeliegenden Annahmen und Rechnungen auch wirklich verstanden hat. Außerdem verhindert es, dass unbemerkt veraltete Zahlen im Pitch Deck landen.

9. Flüchtigkeitsfehler vermeiden

Rechtschreib- oder Formatierungsfehler wirken unprofessionell und haben nichts in einem Pitch Deck zu suchen. Wer gegenüber Investoren nicht genug Sorgfalt walten lässt, der wird auch gegenüber potentiellen Kunden und Partnern nicht sorgfältig genug arbeiten. Deshalb reagieren die meisten Investoren sehr kritisch auf Flüchtigkeitsfehler.

10. Design falls notwendig extern einkaufen

Nicht alle Startups haben einen Designer oder Powerpoint-Profi im Gründungsteam. Deshalb lohnt sich für viele Startups die Vergabe der Designarbeit, also des Layouts und der Visualisierungen, an einen externen Designer oder Anbieter. Da der Unterschied zwischen einem professionell gestalteten Pitch Deck und einer grauen Text-Präsentation gewaltig ist, lohnt sich die Investition alle Male.

Bild: Sebastiaan ter Burg (flickr)

Tim hat über sechs Jahre Erfahrung im Bereich Startups und Finanzierung. Er arbeitete bei zwei Venture Capital Fonds, leitete den Bereich Finanzen für ein VC finanziertes Unternehmen und war Mitgründer von zwei Startups.

Tim Weiss

Tim hat über sechs Jahre Erfahrung im Bereich Startups und Finanzierung. Er arbeitete bei zwei Venture Capital Fonds, leitete den Bereich Finanzen für ein VC finanziertes Unternehmen und war Mitgründer von zwei Startups.